Silikonfugen ziehen
Silikonfugen ziehen und Silikonfugen erneuern
Silikonfugen haben eine wichtige Aufgabe gerade im Bereich Badezimmer und Küche wo Feuchtigkeit und Wasser eine Rolle spielen. Silikonfugen haben die primäre Aufgabe, vor Staub, Wind und Wasser zu schützen. Ein optimal ausgewählter Dichtstoff hat eine hohe Beständigkeit gegenüber äußeren Einflüssen, z.B. Schimmel in Silikonfugen ( Ottoseal S130 Schimmelschutz Silikon) , ist verträglich zu den abzudichtenden Materialien z.B. Naturstein (Natursteinsilikon) und übernimmt dauerhafte die Bewegungsaufnahme z. B. bei thermischer Längenänderung in den Bauteilen. Entscheidende Kriterien für eine dauerhafte Silikonfuge sind daher neben der richtigen Produktauswahl eine angepasste Fugendimensionierung, der korrekte Silikonfugen aufbau und die richtige Oberflächenvorbereitung.
Silikonfugendimensionierung
Zum Zeitpunkt der Fugenabdichtung mit elastischen Fugendichtstoffen ist das Mindestmaß für Silikonfugen im Sanitärbereich 5 mm und für Bewegungsfugen im Hochbau 10 mm. Ausgenommen von dieser Mindestanforderung sind lediglich Glasversiegelungen. Für alle anderen Fugen ergibt sich die Dimensionierung in Abhängigkeit der Feldgröße der abzudichtenden Bauteile, der voraussichtlichen Temperartureinflüsse und der Fugenart. So sollte bei Bodenfugen die Fugenbreite etwa der Fugentiefe entsprechen, bei Anschlussfugen die Fugentiefe ca. der Hälfte der Fugenbreite.
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Bei Anschlussfugen sollte die Dichtstoffdicke ungefähr die Hälfte der Fugenbreite entsprechen. |
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Bei Bodenfugen sollte die Dichtstoffdicke etwa der Fugenbreite entsprechen. |
Die Begrenzung erfolgt durch die Hinterfüllung der Fuge mit einer geschlossenzelligen PE Rundschnur B2, bzw. alternativ bei zu flachen Fugen mit einer PE-Folie.
Im Sanitärbereich gelten folgende Fugendimensionierungen:
| Fugenabstand | Fugenbreite | Fugentiefe bei Anschlussfugen | Fugentiefe bei Bodenfugen |
| 2,0 m | 10-12 mm | 5-6 mm | 10 mm |
| 4,0 m | 10-12 mm | 5-6 mm | 10 mm |
| 6,0 m | 14-16 mm | 6-7 mm | 12 mm |
Silikonfugen der richtige Aufbau:
Das optimale Verhältnis von Fugenbreite zu Fugentiefe bildet die Basis für eine lange Lebensdauer der Fuge. Entscheidend für die Lebensdauer ist allerdings die Verhinderung der Drei Flanken Haftung. Der Dichtstoff muss zwischen den beiden Fugenflanken frei beweglich sein. Nur so können Zug- und Druckbewegungen aus konstruktiven und funktionsgebundenen Voraussetzungen, wie z. B. thermische Längenänderungen der Fügepartner, dauerhaft aufgenommen werden. Wird die Haftung des Dichtstoffes am Fugengrund – also an der dritten Flanke – nicht verhindert, reduziert sich die Bewegungsaufnahme des Dichtstoffes deutlich. Es entstehen Kerbrisse, die zum vollständigen Durchreißen oder zu Haftablösungen des Dichtstoffes führen. Der Durchmesser der Hinterfüllschnur sollte ca. 20 % größer als die Fugenbreite sein, damit sie mit Druck in die Fuge eingebracht werden kann und in der Fuge dann in einer ovalen Form verbleibt.
Rundschnur PE-B2 - geschlossenzellige Rundschnur für Feuchträume und Fugen im Außenbereich, da keine Feuchtigkeit aufgenommen wird (Schwammeffekt fördert Schimmelbildung). Bitte beachten
Sie, dass beim Einbringen von geschlossenzelliger Rundschnur darauf zu achten, dass die Oberfläche nicht durch spitze Werkzeuge verletzt wird.
In der Praxis liegen bei Boden-Wand-Fugen – gerade im Sanitärbereich – schmale Fugen vor, bei denen aufgrund der schmalen Fugendurchmesser keine Rechteckfuge ausgebildet werden kann. Hier kann eine Dreiecksfuge ausgebildet werden, für deren fachgerechte Erstellung eine Rundschnur zur Verhinderung der Drei-Flanken-Haftung einzubringen ist.
Oberflächen für Silikonfugen vorbereiten:
Für eine dauerhaft dichte Fuge sind folgende Voraussetzungen zu erfüllen:
• Der Dichtstoff selbst ist intakt und fachgerecht dimensioniert, um die Bewegungen der Materialen aufnehmen zu können (Kohäsion).
• Der Dichtstoff haftet dauerhaft und sicher an den zu verbindenden Materialien (Adhäsion).
Daher ist neben der richtigen Dichtstoffauswahl - je nach Anforderung der Fuge - die Oberflächenvorbereitung für eine dauerhafte Haftung des Dichtstoffes auf dem Untergrund der entscheidende Faktor.
Die Flächen müssen trocken, staub- und fettfrei sein sowie frei von nichthaftenden Teilen (Lunker, Lackreste, Rost, etc.), damit der Dichtstoff darauf haften kann. Neben der Reinigung erfordern manche Oberflächen zusätzlich eine Vorbereitung mit einem Primer, damit die Dichtstoffe anhaften können. Primer sind abhängig vom zu verbindenden Material.
Primern ersetzt nicht die Reinigung der Haftflächen. Die Verwendung von Primern bietet jedoch bei jeder Verfugung ein optimiertes Haftverhalten und erhöht damit die Lebensdauer der Fugenverbindung.
Der richtige Primer entscheidet über die Lebensdauer der Silikonfuge:
Anwendungen mit Naturstein
OTTO Primer 1102 – Der Sandstein-Primer .
Verbessert die Haftung der Natursteinsilikon Ottoseal S 70, Ottoseal S 80,
Ottoseal S 117, Ottoseal S 130 und Ottoseal S 140 auf Sandstein.
OTTO Primer 1216 – Verbessert die Haftung von Ottoseal S 70, Ottoseal S 80,
Ottoseal S 117, Ottoseal S 130 und Ottoseal S 140 auf Natursteinen, Kunst- und Betonwerksteinen.
Anwendungen mit Metall
OTTO Cleanprimer 1101 – Der Haftverbesserer. Reinigt und verbessert die Haftung auf beschichteten und unbeschichteten metallischen Werkstoffen und verschiedenen Kunststoffen (z. B. PVC, Sanitäracryl).
OTTO Primer 1216 – Der Silicon-Naturstein & Metall-Primer.
Verbessert die Haftung auf metallischen Werkstoffen (z. B. Edelstahl, Aluminium, Eloxal, Kupfer, Messing, verzinkter Stahl und Chrom) und beschichteten Metallen (z. B. Emaille, rostschutzbehandeltes Eisen). Auch für einige Kunststoffe geeignet.
Anwendungen auf saugenden Untergründen
OTTO Primer 1215 – Der Siliconprimer für saugende Untergründe. Verbessert die Haftung auf mineralischen Werkstoffen (z. B. Beton, Putz, Porenbeton) und auf saugenden Untergründen (z. B. Gips, Faserzement, Holz).
Anwendungen im Dauernassbereich
OTTO Primer 1218 – Der Silicon-Dauernass-Primer.
Verbessert die Haftung bei Dauernassbelastung, z. B. für das Schwimmbadsilikon
Ottoseal S 18 auf mineralischen Werkstoffen (z. B. Beton, Mörtel, Fugenmörtel) und Ottoseal S 70 / Ottoseal S 140 auf Natursteinen.
Silikonfuge ziehen Anleitung:
Vor dem Verfugen müssen einige grundlegende Vorarbeiten erledigt werden. Die Säuberung der Fuge und der Haftflanken von Staub ist unabdingbar. Wurde die Fuge nass gesäubert, muss sie unbedingt getrocknet werden oder es muss gewartet werden, bis die Fuge abgetrocknet ist. Bei Naturstein, und hier besonders bei Sandstein, ist es weiterhin von elementarer Bedeutung, die Fugen bereits direkt vor dem Grundieren abzukleben. Speziell diese Steinart ist anfällig für Flecken, verursacht durch die Grundierung, das Glättmittel oder auch durch Rückstände von nicht sauber aufgetragenem Dichtstoff. Aber auch bei anderen Natursteinarten empfiehlt es sich, die Fugen sauber abzukleben, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Die nachfolgenden Bilder zeigen die optimale Vorbereitung einer Fuge am Beispiel einer Fliesenverfugung.
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1. Vorreinigen der Haftflanken mit dem passenden Cleaner und einem weichen Tuch. Die Fugenflanken müssen frei von Schmutz, Staub oder Fett sein. |
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2. Hinterfüllen der Fuge mit der passenden Größe der Rundschnur. Die Rundschnur muss von der Größe so gewählt werden, dass sie mit einem gewissen Druck eingebracht werden muss. Dabei ist darauf zu achten, dass die Rundschnur selbst nicht beschädigt wird. Nur so ist gewährleistet, dass die Fuge komplett ausgefüllt und die Fugentiefe somit begrenzt ist. |
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3. Grundieren der Haftflanken mit dem passenden Primer oder z.B. Cleanprimer 1101 u.a. für Sanitär-Acryl. Der Auftrag von dem Primer auf glatten, nicht saugenden Untergründe sollte mit einem sauberen Tuch und auf saugenden Untergründen mit einem Pinsel erfolgen. |
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4. Ausspritzen des Dichtstoffes Silikonpistole Nach dem Hinterfüllen der Fuge mit der passenden PE Rundschnur wird der verbleibende Querschnitt mit dem geeigneten Dichtstoff ausgespritzt. Die Fuge sollte möglichst gleichmäßig mit Silikon verfüllt werden. |
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5. Hierzu das Glättmittel in ein sauberes Behältnis einfüllen Der Fugenfux oder ein anderes Glättwerkzeug wird mit dem passenden Glättmittel benetzt. Zur Fleckenvermeidung auf Belägen sollte kein Glättmittel auf die Fugen gesprüht oder unkontrolliert mit einem Pinsel auf Dichtstoff und Fugenränder aufgetragen werden. |
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6. Bei Pinselauftrag ausschließlich den Fugendichtstoff gezielt mit einem sauberen Pinsel mit wenig Glättmittel (oder wenig Marmor-Silicon- Glättmittel bei Natursteinbelägen) benetzen und Fugendichtstoff anschließend mit Glättwerkzeug abziehen und glätten. |
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7. Die Silikonuge ist so auszubilden, dass sich dort keine Feuchtigkeit sammeln oder stauen kann (Hohlkehle vermeiden!). Mit einem Fugenspachtel. |
Silikonfugen ziehen Video:








