Hydrophobierung Anleitung

Die Hydrophobierung  von Baustoffen

Wie man weiß, ist Wasser nicht gut für Bauwerke. Ganz im Gegenteil, es kann für Schäden sorgen, die sehr groß sind und dementsprechend auch teuer werden können. Gerade die Feuchtigkeit in den Hausmauern, im Putz und Beton, werden jedem Hausbesitzer sehr ärgern. Warum ist schnell gesagt: Diese Feuchtigkeit bringt Pilze, Moos, Algen und auch Flechten mit sich. Aber es kann ebenso auch zu Frostschäden und Schadstoff- oder Salzablagerungen kommen. Alle genannten Punkte sind nie gut und wirken sich nachteilig auf die Wärmedämmung und somit auch auf die Energiekosten aus.

 

Die Hydrophobierung und ihre Wirkungsweise

Bei der Hydrophobierung geht es quasi um die Rettung eines Bauwerks, denn es geht um eine Imprägnierung von einem Baustoff. Das sorgt dafür, dass eine wasserabweisende Wirkung entsteht und was dies wieder bedeutet, muss man wohl kaum näher ausführen.  Viel interessanter und faszinierender ist wohl die Wirkungsweise der Hydrophobierung. Denn durch sie wird die Oberflächenenergie von Baustoffen (Putz, Beton und Ziegel) herabgesetzt. Das ist wichtig, denn gerade die hohe Energie zieht das Wasser an. Durch die Hydrophobierung wird das Wasser also nicht mehr angezogen, sondern klar abgestoßen. In Fachkreisen nennt man diesen Vorgang auch den Lotuseffekt. Hydrophobierungsmittel kann man kaufen und zwar handelt es sich dabei zum Beispiel um Siloxan 290 L, was Siloxane enthält. Hier geht es um ein Molekül mit vielen funktionellen Gruppen. Diese haben wasserabweisende und wasseranweisende Teile, worüber die Verbindung zu mineralischen Baustoffoberflächen hergestellt wird. Dadurch dass die Moleküle sich auch noch untereinander verbinden, entsteht Silikon und somit eine hydrophobierte Oberfläche. Die Flüssigkeiten der Moleküle werden von dem Baustoff regelrecht aufgesaugt und so wird der Baustoff gleich in seiner Tiefe hydrophobiert. Man sieht es nicht, aber man kann sich darauf verlassen!

Hydrophobierung von Kalksandstein

Anwendung der Hydrophobierung

Es ist also eigentlich klar, worum es bei der Hydrophobierung geht. Man will  eine gute Wirkung über lange Zeit für sein Gebäude erzielen. Man muss aber vor der Auftragung an einige Punkte denken. So sollte der Untergrund auf jeden Fall tragfähig sein, fettfrei sein und auch staubfrei sein. Weiterhin sollte man zusehen, dass der Untergrund recht trocken ist. Da es an einem Haus immer schon zu Schmutz kommen kann, muss man eben gezielt vorgehen und noch damit leben, dass man vor der Anwendung etwas Arbeit hat. So sollte man verwittere Oberflächen auf jeden Fall abwaschen oder am besten abstrahlen, das geht mit dem Dampfstrahler und mit dem Sandstrahler. Ist es schon zu Moss und Schimmelbildung gekommen oder auch zu Algenwuchs, muss man dieses erst einmal mit einem Schimmelentferner von der Fassade entfernen.  Dies wären schon die Vorbereitungen für die Anwendung der Hydrophobierung. Man muss aber auch an seine Fenster- und Türrahmen denken, sofern sie aus Holz, Glas und Metall sind. Diese Flächen sollten abgeklebt werden, ebenso wie das Nachbarhaus, sofern vorhanden. Denn an Fassaden, die nicht behandelt werden sollen und von Spritzern getroffen werden, können sich die Farben vertiefen, was natürlich nicht gewünscht ist. Und sind Kunststoffe vorhanden, müssen diese erst einmal an einer kleinen Stelle darauf geprüft werden, ob sie das Verfahren gut vertragen.

Nun kann es auch schon an das eigentliche Verfahren gehen- Die Hydrophobierung kann aufgetragen werden. Hier kommt das Sprühverfahren zum Einsatz. Mit einem Pumpspritzenbehälter wird die Oberfläche von dem Baustoff so lange besprüht, bis dieser auf jeden Fall mattfeucht glänzt, natürlich an allen Stellen. Dann kann man sicher sein, dass nun alles in die Poren einzieht und der Baustoff dementsprechend auf Feuchtigkeit reagiert. Es gibt keine genaue Grundlage dafür, wie groß die aufgetragene Menge sein soll. Das liegt auch daran, dass der Verbrauch von Baustoff zu Baustoff einfach unterschiedlich ist. Verwendet man Siloxan, kann man sich an eine ungefähre Menge halten, die wie folgt ausschaut:

 

Bei Beton 0,25 - 0,5 Liter/m2

Bei Putz 0,5 - 1 Liter/m2

Bei Kalksandstein 0,4 - 0,7 Liter/m2

An der Ziegelmauer 0,4 - 2 Liter/m2

Auf Porenbeton 0,5 - 2 Liter/m2

Bei Zementfaserplatten 0,1 - 0,3 Liter/m2

Auf Naturstein 0,05 - 3 Liter/m2

hydrophobierung von Klinker

Reinigung bei kleinen Auftrage-Unfällen

Natürlich  kann man auch mit einer Abdeckfolie immer wieder Stellen treffen, die überhaupt nicht imprägniert werden sollen. Hier muss man nun schnell gehandelt werden. Man braucht nur einen sauberen Lappen und kann mit ihm die Lösung abwaschen. Mit einem Reiniger kann man aber auch noch einmal Nachwaschen. Leider kann das Mittel nur dann entfernt werden, wenn es noch nicht ausgetrocknet ist. Ist es erst einmal trocken, muss man mit Silikonentferner versuchen, die unerwünschten Flecken zu entfernen.

Fazit

Man kann klar sagen, dass die Hydrophobierung nur Vorteile mit sich bringt, wenn man sie ordentlich durchführt. Man kann ein Bauwerk vor großen Schäden schützen, die ins Geld gehen können. Man hält viele Probleme von sich fern und kann auch Geld einsparen. Man spart nicht nur Geld, weil keine Schäden entstehen, die entfernt werden müssen, sondern auch weil man an Energie spart. Man kann sich durch die Hydrophobierung immer auf die eigene Wärmedämmung verlassen!