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Sekundenkleber und Cyanacrylat richtig anwenden

 

Sekundenkleber

Cyanacrylat-Klebstoffe / Sekundenkleber

Einsatzgebiete

Für schnelle Verklebungen von kleineren Flächen (Glas, Metallen, Gummi, Keramik, Kunststoffen usw.)

Wichtig

VORSICHT! Klebt innerhalb von Sekunden auf Augenlidern und der Haut!

Gehörend zur Gruppe der lösemittelfreien Reaktions-Klebstoffe, werden aber gesondert behandelt, da unterschiede zu den vorher behandelten Reaktionsklebstoffen schon in den grundlegenden Eigenschaften bestehen.

1-komponentig werden Cyanacrylat-Klebstoffe verarbeitet und härten (auch polymerisieren genannt) auf der Stelle. Aufgrund der schnellen Härtung, werden diese Klebstoffe umgangssprachlich auch einfach Sekundenkleber oder Sofortklebstoff genannt. Durch den Kontakt mit schwach basischen Oberflächen wird die Polymerisation in Gang gesetzt. Art der Oberfläche und selbst die Luftfeuchtigkeit entscheiden über die Geschwindigkeit dieses Prozesses. Bei Serienfertigungen unter Einsatz eines solchen Klebers, werden sogar Luftbefeuchtungsanlagen eingesetzt, welche ideale Bedingungen schaffen. Der Einsatz solcher Klebstoffe kommt meist bei eher kleinflächigen Verklebungen von Fügeteilen mit sehr engem Fügespalt vor.

Der Verbrauch von Klebstoff ist hierbei in jedem Fall sehr gering, es herrscht eine sehr gute Alterungsbeständigkeit und hohe Zugfestigkeiten werden erreicht. Unterschieden wird bei den Haftungseigenschaften, den Härtungsgeschwindigkeiten und der Viskosität auf verschiedenen Werkstoffen. Selbst nur schwer verklebbare Werkstoffe wie PE, PP oder EPDM können durch die Vielseitigkeit geklebt werden. PE und PP müssen hierbei mit einem zusätzlichen Primer behandelt werden. Der Klebstoff ist dünnflüssig und wird tropfenförmig einseitig aufgetragen. Hiernach werden die Teile auf der Stelle fest zusammengedrückt. Schon nach 5-20 Sekunden wird eine ausreichende „Handlingfestigkeit“ erreicht. Manchmal kann dies auch bis zu einer Minute dauern. Aufgrund der Dosierart und der raschen Reaktion, werden kleinere Flaschen mit Düse angeboten, welche entweder in 20 oder 50 g-Einheiten verfügbar sind. Nur bei Großbedarf werden größere Einheiten mit speziellen Dosiergeräten eingesetzt.

Vorsichtsmaßnahmen, welche beachtet werden sollten: jeglicher Kontakt mit Klebstoffen dieser Art ist zu vermeiden, da unter anderem auch Haut sofort zusammenkleben könnte. Kinder sollten diese Produkte niemals in die Hände bekommen.

Die Dauer der Lagerfähigkeit kann durch eine Lagerung bei geringen Temperaturen, beispielsweise im Kühlschrank, erhöht werden.

Inhaltsstoffe von Cyanacrylat bzw. Sekundenkleber

Cyanoacrylat, Cyanacrylat und Alkylcyanacrylat sind polymerisierbare chemische Verbindung, welche bei Raumtemperatur flüssig sind. Diese werden Monomere Genannt. Hierbei handelt es sich chemisch gesehen um Ester der Cyanacrylsäure, welche durch unterschiedlich lange Alkyl-Ketten auszeichnen. Methyl-2-Cyanoacrylat, n-Butylcyanacrylat und 2-Octyl-Cyanoacrylat sind hierbei drei Beispiele. Letztere werden in der heutigen Zeit in medizinischen Klebern eingesetzt. Cyanoacrylat besteht in flüssiger Form aus Monomeren wie Methyl-2-Cyanoacrylat (C5H5NO2; mol. Masse: 111.1 mol, Siedepunkt: 79°C) oder Ethyl-2-Cyanoacrylat (C6H7NO2); mol. Masse: 125 mol, Siedepunkt: 75°C). Dieses Acryl-Harz hat die spezielle Eigenschaft, dass bei der Polymerisation ein Poly(alkylcyanacrylat) entsteht. Durch Hydroxid-Ionen wird die Polymerisation gestartet (Reaktion – siehe Abbildung). Die Hydroxidkonzentration bei normalem Wasser reicht aufgrund der Autoprotolyse vollkommen aus. Alleine die Luftfeuchtigkeit reicht aus, um eine Reaktion zu starten. Die Monomere müssen unter Luftausschluss oder mit sogenanntem Natriumsilikat, welches feuchtigkeitsabsorbierend ist, zusammen gelagert werden. Ein Cyanoacrylat-Polymer ist eine lange Kette, welche wasserfest ist und sehr gut an Oberflächen haftet. Bereits nach weniger als nur einer Minute ist die Polymerisationsreaktion abgeschlossen. Nach etwa zwei Stunden ist die volle Härte erreicht. Es wurden mit der Zeit Beschleuniger entwickelt, welche die Reaktion um wenige Sekunden verkürzen, hierbei aber auch auf Kosten der Härte arbeiten. Mit Aceton oder 2-Butanon kann der Klebstoff ohne jegliche Probleme gelöst werden. Die Bindungen lockern bei niedrigen Temperaturen auf und das eingefrorene Objekt geht sozusagen „aus dem Leim“. Vorsicht: Cyanoacrylatkleber vollzieken eine stark exotherme Reaktion, wenn diese auf Baumwollstoffe treffen. Nur ein kleiner Spritzer reicht aus, um sich Verbrennungen zuzuziehen.

Sekundenkleber richtige Anwendung

Sekundenkleber richtig anwenden:

  • Sehr dünnflüssiger Sekundenkleber sollte wirklich nur auf glatten Oberflächen angewendet werden. Sollten die Klebeflächen porös sein, muss ein eher dickflüssigerer Sekundenkleber angewendet werden.
  • Jegliche Oberflächen sollten gründlichen gereinigt werden.
  • Die Klebeflächen müssen entfettet werden, was beispielsweise mit Aceton, Alkohol oder Nitroverdünner funktioniert. Nagellackentferner sollte nicht verwendet werden, da die Haftung durch darin enthaltene Lösungsmittel beeinträchtigt werden könnte.
  • Die Klebestellen sollten aufgrund des Hautfetts nicht mehr berührt werden. Zudem sollten diese komplett getrocknet sein.
  • Der Leim wird gleichmäßig und in einer dünnen Schicht aufgetragen. Kein Schmutz oder Staub sollte auf diese Schicht gelangen.
  • Ein Lappen sollte immer bereitgehalten werden, damit die Tubenspitze und sonstige Verunreinigungen sofort entfernt werden können.
  • Die Teile werden zusammengefügt und zusammengedrückt. In der Regel dauert dieser Vorgang ca. 60 – 90 Sekunden.
  • Nun muss nur noch ausgehärtet werden. Belastbar ist das geklebte Teil nach ungefähr einer halben Stunde, eine komplette Festigung ist aber erst nach rund 24 Stunden erreicht.

 

Sekundenkleber lösen und Entfernen

Vor allem beim Basteln ist Sekundenkleber ein praktischer Helfer. Gelangt dieser aber mal daneben, muss dieser Kleber schnellstmöglich entfernt werden. Hierzu hilft aufgrund der schnellen Härtung dann nur noch ein Griff in die Trickkiste. Wir helfen bei Fragen gerne weiter.

So leicht lässt sich Sekundenkleber entfernen

Sekundenkleber beinhaltet Cyanacrylat. Innerhalb weniger Sekunden geht dieser Stoff eine Verbindung mit der Luftfeuchtigkeit ein und verhärtet sofort. Eine komplette Aushärtung ist meist nach rund zwei Stunden abgeschlossen. Ein schnelles Handeln ist gefragt, wenn das Klebemittel an die falschen Stellen gelangt ist. Wenn der Kleber noch nicht komplett ausgehärtet ist, lässt sich meist der Bereich des Randes noch ablösen. Bei der Entfernung bestehen verschiedene Möglichkeiten.

Sekundenkleber mechanisch entfernen

Bei glatten Oberflächen ist eine solche Entfernung möglich. Beispielsweise auf Glas oder Metall ist dies der Fall. Auch bei Fliesen kann eine solche Entfernung funktionieren. Ein Spachtel oder Glasschaber kann hierbei ausprobiert werden, allerdings muss man besonders darauf achten, dass keine Schäden verursacht werden. Setzen Sie am Rand an und gleiten Sie mit Ihrem Werkzeug unter die Klebefläche, normalerweise sollte der Kleber dann leicht abzuziehen sein. Vor allem bei Kunststoffoberflächen, auf Lack oder Holz können bei einer Entfernung dieser Art sehr unschöne Schäden wie Kratzer entstehen.

Sekundenkleber lösen durch Hitze

Auch durch Wärme kann Sekundenkleber in manchen Fällen einfach abgelöst werden. Ein Heißluftföhn oder eine Heißluftpistole kann hierbei Abhilfe schaffen. Wie auch beim mechanischen Lösen wird hierbei zunächst der Randbereich bearbeitet. Wenn sich der Rand dann durch die Hitze löst, kann der gesamte Klebepfropfen normalerweise ohne Probleme gelöst werden. Arbeiten Sie nach dem Erhitzen auch hierbei vorsichtig mit einem Spachtel. Der Kleber sollte nicht zu sehr erhitzt werden, da bestimmte Oberflächen sonst verbrannt werden könnten. Auch bei Kunststoffen sollte mit Vorsicht gearbeitet werden, um Verformungen zu vermeiden.

Cyanacrylat mit Kälte brüchig machen

Nicht nur Hitze, sondern auch Kälte kann dabei helfen, Klebstoff brüchig zu machen und zu entfernen. Das betroffene Material kann bei kleinerer Größe einfach in das Gefrierfach gelegt werden. Zudem kann Kältespray eingesetzt werden. Dieser Vorgang erfolgt genau auf den Kleber. Durch die Kälte zieht sich der Untergrund zusammen. Der Kleber wird brüchig und fällt in manchen Fällen sogar ganz von alleine ab. Der einzige Nachteil besteht bei einer Behandlung mit Kälte darin, dass manchmal einige Stunden eingeplant werden müssen. Geht es um Textilien, so ist diese Methode eine gute Wahl. Vorsicht: Kältespray sollte nicht bei Verklebungen auf der Haut angewendet werden. Verletzungen sind hierbei vorprogrammiert.

Sekundenkleber von Haut bekommen

Kommt es zu Verklebungen auf der Haut, so sollte auf der betroffenen Stelle nicht rumgerieben werden. Ein lauwarmes Wasserbad kann dabei helfen, den Kleber aufzuweichen. Seife und/oder Speiseöl kann ebenfalls der Auflösung beitragen. Nach und nach wird sich der Kleber von der betroffenen Stelle lösen. Wenn der Kleber komplett entfernt ist, sollte die Haut gründlich abgespült und eingecremt werden. So kann sich die Haut am schnellsten regenieren.

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