Optimaler baulicher Brandschutz in Neubauten und Bestandsimmobilien
Im baulichen Branschutz gibt es kaum gesetzliche Vorgaben, obwohl Brandschutz in jedem Bauvorhaben eine elementare Rollen spielen sollte. Wir haben uns dem Thema einmal angenommen und geben hilfreiche Tipps wie auch Sie als Bauherr für optimalen Brandschutz sorgen können.
Im Bereich des vorbeugenden baulichen Brandschutzes gibt es für private Haushalte kaum gesetzliche Vorschriften. Zwar muss der Heizungskeller mit einer entsprechenden Stahltür verschlossen sein, ansonsten sind die gesetzlichen Vorschriften im Bereich des baulichen Brandschutzes sehr überschaubar. Dabei sollte dem Brandschutz ein ganz besonderes Augenmerk gelten, denn schließlich steht die Sicherheit der ganzen Familie und/oder der Mieter auf dem Spiel. Deshalb sollten Bauherren für einen optimalen vorbeugenden Brandschutz sorgen.

Gesetzliche Vorgaben
Informationen über gesetzliche Vorgaben finden sich unter anderem in der Musterbauordnung und der entsprechenden Landesbauordnung. Der Umfang der Brandschutzvorschriften ist allerdings sehr gering. Dabei gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, für einen besseren Brandschutz des Hauses zu sorgen. Ziehen Sie deshalb einen unabhängigen Bausachverständigen zurate, der nicht nur die brandschutzrelevanten Vorschriften in der Bau- und Leistungsbeschreibung überprüft, sondern Ihnen viele weitere Tipps – die auf Ihre Immobilie zugeschnitten sind – geben kann. Wer sich für ein schlüsselfertiges Haus entscheidet, sollte darauf achten, dass Rauchmelder im Bau- und Leistungsverzeichnis aufgeführt sind, und bei der Abnahme des Gebäudes auf eine fachgerechte Installation hin überprüfen sowie einen Funktionstest durchführen.
Bauliche Maßnahmen
Baustoffe sind in verschiedene Brandschutzklassen eingeteilt. Wählen Sie hier „nicht brennbare“ beziehungsweise „schwer brennbare“ Baustoffe. Zu den „nicht brennbaren“ Baustoffen gehören beispielsweise
- Kies,
- Sand,
- Beton,
- Ziegel,
- Ton sowie
- Verschiedene Gipsbauplatten.
- Natürlich sind auch Fliesen als Boden- oder Wandbelag weniger feueranfällig als Laminat, Parkett und Tapete.
Als „schwer brennbare“ Baustoffe werden unter anderem Glasfaserplatten, Holzwolle-Leichtbauplatten, Produkte aus Kork, Gipskartonplatten und einige Kunststoffe wie beispielsweise das Brandschutz-Silikon Ottoseal S 94 eingestuft (übrigens unser Besteller im Shop für Bauherren und vor allem in Großbestellungen von Bauunternehmen und weitere Unternehmen der Baubranche).
Zu den „leicht entflammbaren“ Baustoffen gehören beispielsweise Holz sowie Holzwerkstoffe, die eine Dicke von weniger als zwei Millimeter aufweisen oder deren Rohdichte bei maximal 400 kg/m³ liegt. Diese Materialien dürfen als Baustoff nicht verwendet werden. Bei der Ausgestaltung der Räume sollten natürliche Stoffe und Materialien Verwendung finden, die dafür sorgen, dass im Fall eines Feuers kein giftiger Rauch entsteht.
Tipps für wichtige bauliche Brandschutzmaßnahmen
- Generell ist es empfehlenswert, einen Fluchtweg einzurichten, der nicht zugestellt werden darf. Auch die Flucht durch die Fenster sollte möglich sein. Deshalb ist bei der Auswahl elektrischer Rollläden darauf zu achten, dass sich diese im Notfall auch manuell bedienen lassen.
- Die Elektroinstallation sollte generell von Fachleuten vorgenommen werden. Diese sollten auch mit der regelmäßigen Wartung der Elektroinstallation und der technischen Anlagen beauftragt werden. Auch hinsichtlich der fachgerechten Montage der Blitzschutzanlage (Blitzableiter) ist eine entsprechende schriftliche Vereinbarung zu treffen. Eine fachgerechte Elektroinstallation ist allein schon deshalb unabdingbar, da eine fehlerhafte Installation als Ursache für etwa ein Drittel aller Brände nachgewiesen wurde.
- Wer die Montage einer Solaranlage plant, sollte darauf achten, dass die einzelnen Solarmodule einen Abstand von 15 Zentimetern aufweisen. Dadurch lässt sich im Falle eines Brandes eine größere Barriere verhindern.
- Kaminöfen müssen so installiert werden, dass ein Mindestabstand zu brennbaren Materialien eingehalten wird. Gleiches gilt für Leitungen mit hoher Wärmeabstrahlung.
- Installierte Rauchmelder sorgen für eine rechtzeitige Entdeckung des Brandes, der Feuerlöscher hilft dabei, kleinere Brände bereits im Keim zu ersticken und sollte deshalb ebenfalls in keinem Haushalt fehlen.
Wir hoffen dass wir Ihnen mit unseren Tipps ein wenig weiterhelfen können, Sie zumindest für das Thema zu sensiblisieren und ggfs. eigene bauliche Sicherheitsmaßnahmen für mehr Brandschutz zu treffen.