Kriechöl
Kriechöl kommt auch in die feinste Ritze
Kriechöl ist ein dünnflüssiges Öl, welches eine geringe Oberflächenspannung und wasserverdrängende Eigenschaften besitzt. Normalerweise besteht dieses Öl hauptsächlich aus Petroleum.
Kriechöl wird für eine langfristige Wirkung oft noch ein festes Schmiermittel zugesetzt. Dieses kann beispielsweise MoS2 oder Graphit sein und vor allem bei höheren Temperaturen, beispielsweise in Verbrennungsmotoren, von Vorteil sein. Kriechöle sind aufgrund der niedrigen Viskosität und schnellen Verdrängung nicht zur dauerhaften Schmierung geeignet.
Wie der Name schon sagt, kriecht dieses Öl wirklich bis in die letzte Ritze, wodurch eine optimale Wirkung erzielt werden kann. Diese Eigenschaft wird vor allem dann geschätzt, wenn es darum geht, verrostete Schrauben zu öffnen. Rund um das Auto ist Kriechöl ein sehr wichtiger Helfer und kann vielseitig eingesetzt werden.
Vorteile und Eigenschaften von Kriechöl
Verschmutzungen, Feuchtigkeit und Oxide werden aufgrund der Kapillarwirkung auch entgegen der Schwerkraft unterwandert und so kann das Kriechöl wirklich überall hingelangen. Festgerostete Schrauben können nach kurzer Zeit wieder gangbar gemacht werden, zusätzlich wird sogar ein Korrosionsschutz erzielt. Der Grund für das schnelle gangbar machen ist die schnelle Verteilung bzw. die schmierende und wasserverdrängende Wirkung.
Selbst in schmalen Zwischenräumen ist Kriechöl dazu in der Lage, sich ganz von alleine auszudehnen. Durch die bereits erwähnte Fähigkeit Wasser du verdrängen, ist Kriechöl dazu in der Lage, selbst in kleine Ritzen, Fugen, Spalten und selbst kleinste Hohlräume zu gelangen.
Als Rostlöser ist Kriechöl ebenfalls ideal geeignet, selbst wenn es eigentlich schon zu spät ist. Das Kriechvermögen löst Rost mühelos von festsitzenden Mechaniken jeder Art, sowie von korrodierten Metallen. Auch als vorzeitigen Schutz beugt Kriechöl durch seinen gut haftenden Schutzfilm Korrosion in unterschiedlichen Bereichen vor.
Auch kleinere Dinge wie Quietschgeräusche an Scharnieren, Fenstern oder Türen können durch die Anwendung behoben werden. Durch den Schmierfaktor ist Kriechöl ebenfalls als Lockerungsmittel für eingerostete oder zusammengeschraubte Gegenstände geeignet. Wo Öle und Fette laufen oder tropfen könnten, kann ganz einfach auf Kriechöl gesetzt werden. Verschmutzungen oder auch versickerte Feuchtigkeit kann effektiv beseitigt werden.
Selbst als Schmutzlöser findet Kriechöl seine Verwendung. Harz-, Ruß-, Fett- und Ölverschmutzungen auf den verschiedensten Untergründen und in unterschiedlichen Graden der Verschmutzung, können ohne Probleme gelöst werden.
Schmierstoffwirkung von Kriechöl
Leider ist das Schmieren mit Kriechölen nicht besonders optimal. Gegenüber Substanzen, welche für Schmierungen optimiert sind, besitzt Kriechöl keine perfekten Schmierstoffeigenschaften. Vorrangig kann dies mit der Oberflächenspannung begründet werden, da diese Art von Öl einfach ausgedrückt für andere Anwendungsgebiete hergestellt wird. Das Öl wandert durch die Kriechfähigkeit regelmäßig von der Schmierstelle ab. Da an der zu schmierenden Stelle dann nicht ausreichend Öl vorhanden ist, sollte Kriechöl nicht zum Schmieren verwendet werden.
Anwendungsgebiete von Kriechöl
Der Korrosionsschutz und die Entfernung von Öl, Fett, Ruß und sonstigen Schmutz auf Metallen, sind die Hauptanwendungsgebiete von Kriechölen. Die leicht schmierende Wirkung zählt ebenfalls dazu, allerdings ist diese wie schon beschrieben nicht optimal. Durch die Feuchtigkeitsverdrängung, schützen Kriechöle Metalle und elektrische Kontakte effektiv vor Rostbefall.
Zu Kriechölen gehören auch Kontaktsprays. Diese verbessern unter anderem den Stromfluss bei KFZ-Zündanlagen, da Wasser und Feuchtigkeit verdrängt werden und Kurzschlüsse in der Verteilerkappe verhindert werden können. Schraubverbindungen, welche festgerostet sind, unterwandert das Öl den Rost und verringert durch das Ablösen die Reibung. Nach kurzer Einwirkzeit, können verrostete Verbindungen ohne größeren Kraftaufwand gelöst werden.