Was beim Verlegen von Fußbodenheizungen beachtet werden sollte
Fußbodenheizungen werden geliebt und gehasst. Tatsächlich haben viele Vorbehalte gegenüber der Fußbodenheizung keinen Bestand, wenn man das Verlegen sorgältig plant und einige Punkte beachtet. Dieser Artikel erläutert die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Fußbodenheizung, gibt hilfreiche Tipps zum Verlegen auf unterschiedlichen Unterböden und klärt auch die Frage, ob eine Fußbodenheizung zur Kühlung von Räumen eingesetzt werden kann.
Gleich mal was wissenswertes vorweg! Schon gewusst? Seit den 1970er Jahren sind sie auf dem Markt - die Fußbodenheizungen. Mittlerweile sind sie in vielen neuerbauten Ein- und Zweifamilienhäusern anzutreffen, werden aber auch bei Komplettsanierungen des Heizsystems verlegt. Trotzdem gibt es gegenüber dieser Heiztechnologie immer noch Vorbehalte. So gelten sie als zu teuer, schlecht regelbar, und würden unangenehm warme Füße sowie Krampfadern verursachen. Diese Vorbehalte konnten aber durch umfangreiche Tests und Untersuchungen widerlegt werden. Und auch die Erfahrungsberichte der Besitzer von Fußbodenheizungen zeigen, wenn sie einmal hat, der will sie nicht mehr missen.

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1. Geänderte Rahmenbedingungen
In den letzten 30 Jahren haben sich die Rahmenbedingungen für den Einsatz von Fußbodenheizungen erheblich verändert. So konnte allein der Wärmebedarf innerhalb dieses Zeitraumes auf insgesamt 1/5 des Ausgangswertes gesenkt werden. Durch die EnEV 2012 und den ab 2021 angestrebten Passivhaus-Standard ist ein weiteres Absinken vorhersehbar.
Durch die EnEV 2009 wurde der Wärmebedarf auf 35 W/m² reduziert. Bei einer Raumtemperatur von 20 Grad Celsius liegt die Oberflächentemperatur der Fußbodenheizung bei 23,5 Grad während der Heizperiode. In der restlichen Zeit wird eine Oberflächenwärme von 21 bis 22 Grad als ausreichend erachtet.
2. Oberflächentemperatur für verschiedene Zimmer
In Badezimmern, die mit Fliesen ausgestattet sind, ist eine Raumtemperatur von 24 Grad Celsius ideal. Diese werden durch die Fußbodenheizung in idealer Weise erreicht, bieten Fliesen doch einen relativ hohen Heizwiderstand.
Aufenthaltsräume, die 20 Grad Innentemperatur erreichen sollen, benötigen eine Oberflächentemperatur von 22 Grad Celsius. Fliesen werden hier meist schon als zu kalt empfunden, idealer wären in diesem Fall Parkettböden.
3. Verlegeabstände der Fußbodenheizung
Die Verlegeabstände der Fußbodenheizung sollten sich nicht nur an der gewünschten Wärme orientieren, sondern auch am verwendeten Obermaterial. Je geringer der Widerstandswert des jeweiligen Oberbodens ist, desto enger müssen die Heizspiralen verlegt werden.
3.1 Teppichböden
Teppichböden warten mit einem insgesamt recht hohen Widerstandsbeiwert gegen Wärmeleitung auf. Hier reicht ein Verlegeabstand der Heizkreise von 20 Zentimetern aus. Allerdings werden höhere Vorlauftemperaturen benötigt.
Werden anstelle eines alten Teppichbodens nun Fliesen verlegt, müssen die Volumenströme der Heizkreise neu berechnet werden, was als sehr schwierig anzusehen ist. Für diesen Fall ist eine Einzelraumregelung, die mit einem dynamischen Energie-Management versehen ist, ideal, wie sie beispielsweise von Uponor angeboten wird.
3.2 Parkettböden
Holz ist ein lebendiger natürlicher Rohstoff, der sich bei einer Änderung der Luftfeuchtigkeit verformt. Buche beispielsweise benötigt für die Ausdehnung gerade einmal zwei Wochen, sodass sich nahezu jede Wetterlage auf das Verlegematerial auswirkt. Eiche hingegen ist in seiner Anpassung wesentlich träger und benötigt drei Monate. Deshalb zählt sie neben Ahorn zu den besten Parkettfußbodenhölzern.
3.3 Laminat
Laminat wartet mit einem sehr niedrigen Wärmeleitwiderstand auf. Da das Material schwimmend verlegt wird, ist ein zusätzlicher Wärmeleitwiderstand aufzuschlagen, der entweder für die zwischen Heizsystem und Bodenbelag befindliche Luftschicht oder die verlegte Trittschalldämmung gilt. Der Wärmeübertrag ist hier meist geringer als bei vielen Teppichböden.
3.4 Fliesen
Fliesen sind der ideale Oberbelag für Fußbodenheizungen. Sie bieten einen sehr guten Wärmedurchlass, die Heizspiralen sollten allerdings - je nach Raum - etwas enger verlegt werden. Für Badezimmer ist beispielsweise ein Abstand von 10 Zentimetern, für Aufenthaltsräume ein Verlegeabstand von maximal 15 Zentimetern ideal. In der Küche, wo es genau wie im Bad zu einer höheren Luftfeuchtigkeit kommt, sind Fliesen als Obermaterial der Fußbodenheizung ideal. Das Heizsystem sollte im Übrigen in der gesamten Küche - also auch unter der eingebauten Küchenzeile - verlegt werden, um so die Entstehung von Schimmel zu vermeiden.
4. Einzelraumregelung
Für jeden Raum sollte ein eigener Heizkreislauf verlegt werden. Dessen Regulierung erfolgt ebenfalls an Ort und Stelle und kann so den Wünschen der Nutzer optimal angepasst werden.
5. Einsatz einer Wärmepumpe
Wer bereits eine Wärmepumpe nutzt oder deren Installation plant, kann beim Einsatz einer Fußbodenheizung Energie einsparen. Ein wichtiges Kriterium ist die benötigte Vorlauftemperatur, die vom Verlegeabstand und dem verwendeten Oberflächenmaterial abhängt. Durch eine Reduzierung des Verlegeabstandes von 5 Zentimetern ist ein Absenken der Vorlauftemperatur um 1,5 Grad Celsius möglich. Wird ein alter Teppich gegen Fliesen ausgetauscht, ist eine Reduzierung um bis zu 5 Grad möglich. Ein möglichst enger Verlegeabstand, Fliesen als Obermaterial und die Nutzung einer Wärmepumpe sind somit besonders effizient und sorgen für gleichmäßige Temperaturen.
6. Randzonen
Auch heute noch werden bei der Verlegung von Fußbodenheizungen Randzonen eingeplant, die bei maximal 1 Meter zur Außenwand liegen dürfen. Da es sich hier um keine dauerhaften Aufenthaltsbereiche handelt, können die Oberflächentemperaturen bei bis zu 35 Grad liegen. Allerdings ist auch hier eine individuelle Regelung möglich. Durch eine Reduzierung des Volumenstromes im Heizkreis wird die Vorlauftemperatur soweit abgesenkt, dass auch hier die gleiche Oberflächentemperatur wie im übrigen Bereich des Raumes erzielt wird.
Fußbodenheizung zur Kühlung einsetzen
Natürlich ist die Fußbodenheizung für die Kühlung der Räumlichkeiten nicht optimal und demnach keine Empfehlung. Hier sollte eher auf eine Wand- oder Deckenkühlung zurückgegriffen werden. Ihr großer Vorteil liegt allerdings darin, dass ein bereits vorhandenes System genutzt werden kann und somit keine weiteren Umbaumaßnahmen notwendig sind. Ist auch eine Kühlung der Räumlichkeiten vorgesehen, sollten die Verlegeabstände von 20 auf maximal 15 Zentimeter reduziert werden. Der Rohrdurchmesser sollte bei 16 bzw. 17 mm Millimeter liegen. Fliesen als Oberbodenmaterial versprechen auch hier den größten Kühleffekt.
7. Fazit
Schon anhand dieser Ausführungen sehen Sie, welche Kriterien bei der Verlegung der Fußbodenheizung und vor allem bei der Auswahl des passenden Obermaterials beachtet werden sollten.
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